Warme Topfennockerl

Die warmen Topfennockerl meiner Oma waren immer ein echtes Highlight. Jeder freute sich darauf, wenn Oma sie für uns als Nachspeise machte. Das war eines der Gerichte, bei denen ich lange nur zusehen durfte, weil bei denen einfach nichts schiefgehen darf. Es erstaunte mich immer wieder, dass meine Oma alle Rezepte auswendig wusste und nicht mal bei den Zutaten nachlesen musste.

70 g Butter
3 Eidotter
3 Eiklar
50 g Kristallzucker
1 Prise Salz
100 g Weizengrieß
250 g Topfen
etwas Zitronenschale
250 g Semmelbrösel
70 g Butter
50 g Staubzucker

Die Butter flaumig rühren, den Grieß, die Eidotter, Zitronenschale und den Topfen unterrühren und ziehen lassen, sodass der Grieß quellen kann.Die Eiklar mit Salz und Kristallzucker zu Schnee schlagen. Wasser in einem großen Topf aufkochen, salzen. Nun den Schnee unter die Topfenmasse heben. (Ist die Topfenmasse zu fest, kann man auch noch etwas Sauerrahm unterheben). Die Topfennockerlmasse soll eine lockere kompakte Konsistenz haben, von der man Nockerl ausstechen kann. Die Nockerl gleich in das nur mehr leicht wallende Wasser geben und 13-15 min ziehen lassen. (Wenn das Wasser noch stark kocht, dann zerfallen euch die Nockerl.)

In der Zwischenzeit die Brösel mit Butter und Staubzucker leicht rösten. Achtung, die Brösel dabei nicht aus den Augen lassen und immer rühren, ansonsten ist die Gefahr sehr groß, dass sie anbrennen. Sobald man merkt, dass sie goldbraun werden, sofort die Pfanne von der Hitze nehmen. Die Resthitze der Pfanne sollte für den gewünschte Goldbrau-Grad ausreichen, sonst einfach nochmal kurz auf die Herdplatte stellen.

Die fertigen Nockerl mit einem Seihschöpfer rausheben und in den Bröseln wenden und sofort servieren.

Als Beilage eignet sich jegliche Art von Kompott (im Bild hausgemachtes Kompott von wilden Pfirsichen) oder Fruchtsoße.

Zubereitungszeit: 90 min
Schwierigkeitsgrad: schwer

Semmelbrösel: Für die Semmelbrösel eignen sich hervorragend alte Semmeln oder Weißbrot. Man schneidet oder bricht es in Stücke und mahlt es in einer Mühle oder reibt es fein. Wer weder Mühle noch Reibe zur Hand hat, kann auch ein Tiefkühlsackerl und ein Nudelholz bzw. einen Fleischklopfer verwenden. Einfach das Weißbrot in ein Sackerl füllen, verschließen, klein klopfen und am Schluss noch walken, damit alles schön gleichmäßig wird. Wenn das Weißbrot gut getrocknet ist, sind die Semmelbrösel ohne weiteres mehrere Wochen in einer Dose haltbar.